Am heutigen 23.06.2010 wurde der neue Schulleistungsvergleich (ehem. Pisa-Studie) veröffentlicht. Weiterhin belegt Hamburg einen hinteren Platz. Es ist in der Tat schwierig einen Stadtstaat, wie Hamburg mit einem Flächenland, wie z.B. Bayern oder Baden Würtemberg zu vergleichen, da der Ausländeranteil in Großstädten wesentlich höher ist, als in Flächenländern. Die Migrantenkinder werden bei der Berechnung der Schulleistungen komplett mit einbezogen. Insbesondere bei dem Fach Deutsch, fällt die Diskrepanz von Stadtstaaten und Flächenländern deutlicher aus. Im Fach Englisch hingegen haben die Hamburger Schüler eine wesentlich bessere Postion.
PISA-Forscher Jürgen Baumerts kritisiert, dass in den vergangenen Jahren ist die Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland eher grösser als kleiner geworden. So hat ein Kind aus der Oberschicht gegenüber einem Schüler aus einer Facharbeiterfamilie auch bei gleicher Lesekompetenz eine 4,5 mal so grosse Chance, ein Gymnasium zu besuchen.
“Im Hinblick auf die relativen Chancen von Schülerinnen und Schülern mit gleicher Lesekompetenz, aber unterschiedlicher sozialer Herkunft, ein Gymnasium zu besuchen, zeigen sich zwischen den Ländern deutliche Unterschiede. In Ländern mit geringerer Gymnasialquote sind diese Disparitäten höher.”
Nimmt man diese Bemerkungen zum Anlass über die Schulreform in Hamburg nachzudenken, muss man sich bewusst werden, dass es bei dem Streit in Hamburg nicht wirklich darum geht, ob man leistungsfähigere Kinder besonders fördert und daher die Gymnasien in der bisherigen Form beibehält. Es geht vielmehr darum, ob man Kindern aus sozial besser gestellten Familien weiterhin eine leistungsbetontere Schulform anbieten will, als dem restlichen Teil der Kinder. Die aktuelle Schulreform soll nach Wunsch der GRÜNEN nur ein erster Schritt in Richtung noch längeres gemeinsames Lernen sein. In der Bürgerschaft ist es hingegen umstritten, ob zukünftig die Gymnasien ganz abgeschafft werden sollen, oder aber weiterhin beibehalten werden sollen. Sollten auch die weiterführenden Schulen vereinheitlicht werden, sieht ein Modell vor, dass alle Schüler ab der 7. Klasse in eine gemeinsame Sekundarstufe eintreten.
Jeder muss sich bei dem Volksentscheid die Frage stellen, ob er eine gerechtere Schulform für alle Schüler möchte und somit auf die Möglichkeit verzichtet sein Kind auf eine Schulform zu senden, die dem Spross eine vermutlich bessere wirtschaftliche Zukunft sichert, oder ob man sein Kind dem schulischen Wettbewerb mit Kindern aus sozial schwächeren Haushalten aussetzen möchte. Ein weiteres Projekt ist Ferienwohnung Hamburg, wo man günstige Unterkünfte findet.